Darvas: Henry Corbin: Im iranischen Islam

Henry Corbin: Im iranischen Islam. Philosophische und spirituelle Aspekte Zusammenfassungen der Bücher I-VII Paris 1972. Gallimard.

Vorbemerkung des Übersetzers

Henry Corbins Verdienst um die Erforschung islamischer Esoterik und Mystik ist unumstritten. Zweifellos war er der bedeutendste westliche Kenner iranischer Spiritualität; mit den Texten dieser Tradition ging er Jahrzehnte lang und in kongenialer Vertrautheit um. Er forschte stets so, dass er mit eigenen philosophischen und spirituellen Erkenntnisfragen an sie heranging. Liest man ihn, so bewegt man sich in einem Denken, in dem wissenschaftliche Kulturforschung – Vieles ist von ihm überhaupt erst wiederentdeckt und bekannt gemacht worden – und Rückfragen an unsere modernen und postmodernen Erkenntnisparadigmen verknüpft sind. Auch seine Querverweise auf Themen abendländischer Esoterik sind von großer Ergiebigkeit. Corbins umfangreiches Werk ist heute eine unentbehrliche Quelle für jeden, der sich mit dem weitgehend unbekannten Kontinent islamischer Theosophie bekannt machen möchte. Wer sich um eine philosophisch fundierte Methodik der Esoterikforschung bemüht, findet in seinem phänomenologischen Ansatz vielfältige Anregungen.

Die Lektüre seiner Texte ist freilich alles andere als leicht. Wer versucht, ihn zu übersetzen, sieht sich erst recht mit beträchtlichen Schwierigkeiten konfrontiert. Dass bisher nur eines seiner Bücher ins Deutsche übersetzt wurde*, ist verständlich. Und doch bleibt, blickt man auf das monumentale Gesamtwerk und seine Bedeutung, eine schmerzhafte Lücke bestehen. Immerhin ist es inzwischen durchaus möglich gewesen, eine Reihe seiner Texte ins Englische zu übertragen, und einer breiteren Leserschaft zugänglich zu machen.

Die folgende Übersetzung bringt einen Auszug aus Corbins Opus magnum von 1972 „En Islam iranien“ in vier Bänden, die ihrerseits in insgesamt sieben Büchern gegliedert sind. Der Autor hat diesem Werk längere Zusammenfassungen vorangestellt, deren Übertragung man im Folgenden lesen wird. Diese Texte, die eine kompositorische Einheit bilden, geben einen guten Überblick über zentrale Forschungsthemen Henry Corbins sowie einen exemplarischen Einblick in seinen Denk- und Darstellungsstil.

Die Schreibweise des französischen Originals wurde beibehalten (also etwa tawhîd, statt, wie in der deutschsprachigen Orientalistik üblich, tawhīd, oder Hallâj statt Halladsch).

* Die smaragdene Vision. Der Licht-Mensch im iranischen Sufismus. München 1989. Übersetzt von Annemarie Schimmel.

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