Darvas: Messianismus

Über Messianismus und Religionsmischungen

Die klassischen Traditionen des Ostens – Buddhismus, Taoismus, Hinduismus – sind nicht vordergründig messianisch. Es will scheinen, dass gerade dies ihnen eine größere Flexibilität gibt, sich den anderen zu öffnen. Am Messianismus in Christentum, Judentum und Islam sind die Verwerfungslinien zwischen diesen Schwestertraditionen bezüglich der messianischen Frage sehr betont. Die traditionellen Lehrinhalte zu diesem Thema stehen in scharfem Gegensatz zu einander.

Das Judentum ist der Ur- und Hauptträger messianischer Geisteshaltung. Es hält Zeit und Kommen für die Zukunft offen. Zeit und Kommen erfüllen sich einst als Friedensreich nach innen und nach außen. Das Christentum, auf jüdischer Verheißung fußend und sich von ihr her legitimierend, sieht die in der Gestalt von Jesus von Nazareth diese Verheißung erfüllt: axiale Messianität in der „Mitte der Zeiten“. Sein Kommen setzt den Keim transformierender Friedensfähigkeit vornehmlich nach innen. Der Islam ist ähnlich wie das Judentum, eher endzeitlich orientiert, hat aber, anders als das Judentum, Jesus in die Linie der Propheten aufgenommen.

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