Marc Oliver Nissen

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Kurz zu mir. In Eckernförde aufgewachsen. Beschult, belehrt und behütet in dieser unaufgeregten Kleinstadt. Zum Arbeiten, Fortbilden und Studieren immer mal wieder weg gewesen und über den Tellerrand gehüpft. Zur Zeit lebe ich in Andalusien und ziehe demnächst nach Irland. Das bringt der Beruf mit sich. Auch als Buteneckernförder bleibe ich dieser Stadt irgenwie verbunden und kann mich nie ganz von ihr lösen. Die Jugend, die Mädchen und das unbeschwerte Leben und Verliebtsein während dieser Zeit, habe ich dort erlebt. Das kann man nicht vergessen und schafft ein untrennbares Band. Auch politisch durfte ich in meiner Stadt Eckernförde als Ratsherr mitgestalten.

Das hat mich sehr stolz gemacht. In der Orientierungsstufe auf der Jungmannschule Eckernförde hatte ich meinen ersten Zugang zum digitalen Zeitalter. Im Mathematik Unterricht wurde der Taschenrechner eingeführt. Mein erster Computer war also der legendäre TI-30 von Texas Instruments. Dies zu meinem Alter.

Kurz zum Schreiben. Bin ich ein Schriftsteller? So ein intelligenter Mann mit grauen Schläfen und klugen Sätzen die Jahrzehnte währen. Nein, wahrscheinlich nicht. Außer das mit den grauen Schläfen vielleicht.

Mathe konnte ich nie so richtig (trotz Taschenrechner). Schreiben fiel mir immer leicht. Bei den naturwissenschaftlichen Schulfächern kam es auf punktgenaue Logik an – bei den Sprachen konnte ich faseln und philosophieren. Das lag mir mehr. In Zeiten von pubertierenden Liebschaften setzte ich mein Schreibtalent zum ersten Mal in finanzielle Mittel oder Süßigkeiten wie Ahoi Brausepulver um. Ich schrieb Liebesbriefe für Schulkameraden. Später gründete ich an der Jungmannschule zusammen mit Freunden die Schülerzeitung „Der Kommentar.“

Später im Leben schrieb ich immer mal wieder Gedanken ungeordnet auf, ohne zu wissen was das nun eigentlich soll. Als Kunst oder gar Literatur habe ich das nie angesehen. Aber ganz ohne Sinn sollte das auch nicht sein.

Durch Zufall kam ich in Kiel wohnend zur Musik und stellte fest, das Musik auch Texte braucht.

Zu dieser Zeit lernte ich gerade Gitarre. Mein Gitarrenspiel war schlechter als das der anderen Bandmitglieder aber ein Sänger wurde noch gesucht. Die Geburt meiner Frontsau und Texter Phase.

Für meine Band plan.los  schrieb ich fortan hunderte von Songtexten. So habe ich viele Jahre Musik gemacht und auch heute noch bin ich mit meiner Band  fju:z aktiv. Musik ist zu einem wichtigen Teil in meinem Leben geworden. Beispiele aus dieser Schaffensphase findet Ihr auch  hier  in dieser Kulturmonographie.

Kurz zum Projekt. Eine Szenebar (was ist das überhaupt?) irgendwo in einer Stadt. Feierwütige Menschen der Jetztzeit. Menschen aus dem digitalen Zeitalter. Menschen mit Smartphones.

Individuell gekleidet, unabhängig, stylisch und jeder ist anders. Kein Mensch gleicht dem anderen und es herrscht milliardenfache Vielfalt. Zumindest in der Theorie.

Mitten unter ihnen steht etwas verloren Tom. Der Hauptdarsteller und ein Mann zwischen den Zeiten. Wie zufällig hineingebeamt beobachtet er gelangweilt und zynisch die Gäste des Lounge und stellt fest, dass es mit der Vielfalt nicht so weit her ist. Er bricht Menschen auf sterotypisches Verhalten herunter und macht nicht viel mehr als 10-12, gleichgeschaltete Exemplare aus. Soviel zum Thema Individualität. Tom benötigt nur ein paar Bier und kann tief in die Psyche dieser Menschen schauen. Dies tut er genüßlich und tag(nacht)träumersich.

Er kommt nicht klar. Nicht mit dieser Einfältigkeit und nicht mit der rasenden, technischen Entwicklung. Er hat mit Rechenschieber in der Schule gerechnet und muss nun mit Fahrkartenautomaten mit Touchscreens klarkommen. Er sucht Gleichgesinnte.

Alles zum Teil sehr weit hergeholt aber auch biographisch. Beeinflusst aus einer Mixtur von Christian Kracht, Raimund Harmstorfs misantrophischer Darstellung von Wolf Larsen und Benjamin von Stuckrad-Barres Soloalbum.

Fertigstellung des Buches: Gewünscht Ende 2013.

Leseproben und Kontaktinfos gibt es auf meinem  Blog