Margit Buß

Vita

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Margit Buß 1951 *Lüneburg

1990-2010 Kurse, Workshops und Atelieraufenthalte
bei Prof. Peter Nagel und Otto Jeschke
sowie anderen Künstlern aus Schleswig-Holstein.
Seit 2009 Studium der Malerei
an der Akademie für Malerei Berlin in Berlin, zurzeit im Masterstudium
in der Klasse Ute Wöllmann.
Mitbegründerin der Produzentengalerie
ROOT am Savignyplatz, Berlin.
Lebt und arbeitet in Eckernförde und Berlin.

mbuss_image o.T. 2012, Acryllack auf Leinwandpappe, 15 x 15 cm
 

Margit Buß, künstlerisches Arbeitsfeld

Wie oft sind wir Künstler aufgefordert, unsere Kunst zu erklären oder gar zu rechtfertigen.
Der Versuch,  ad hock,  in zwei, drei Sätzen, zu charakterisieren was uns momentan künstlerisch beschäftigt, woran wir  gerade arbeitet bzw. unseren  künstlerischen Standpunkt zu erklären, ist nicht immer ganz einfach.
Wie beantworte ich antworte ich die Frage : „Und was malen Sie so?“

mbuss_image-9 o.T. 2011, Acryl auf Leinwand, 50 x 50 cm

Meine Antwort darauf lautet:
1. Meine Malerei ist abstrakt / informell / experimentell, prozesshaft arbeite ich mit der Eigenständigkeit und Eigendynamik der Farben…die Eigenwertigkeit der Farben steht im Fokus meiner Malerei.
Das sagt zwar einiges über meine Malerei aus, aber um sie wirklich zu verstehen, möchte  ich etwas mehr darüber erzählen.
Ich behaupte, ein Bild zu betrachten, ist, wie in einen  Spiegel zu schauen. Beim Blick  hinein suchen wir  etwas Erkennbares, Verstehbares. Wir  möchten uns  in diesem Bild finden, uns  erkennen, das Bild verstehen…..oder uns  verstehen….. oder beides……..
Oscar Wilde drückt es so aus: “In Wirklichkeit spiegelt die Kunst den Beschauer, nicht das Leben“

mbuss_image-8 o.T. 2011, Acryllack/Schellack auf Leinwand, 100 x 100 cm


Ich male seit 40 Jahren, aber ich habe vor 3 1/2 Jahren ein Studium der Malerei in Berlin an der AfMB begonnen. Jetzt bin ich bereits im Masterstudium. Im Mai 2014 mache ich meinen Abschluss.
In den letzten 3 1/2  Jahren war ich auf der Suche nach dem  Material, das mir die Möglichkeit bietet, das auszudrücken, was ich sehe, was ich fühle oder was ich zu sagen nicht in der Lage bin.
Dabei spielt das Prozesshafte eine wesentliche Rolle. Durch intensive Studien des Farbmaterials, bin  ich zu dem Schluss gekommen, dass Alcydharzlacke und Acryllacke  am besten für meine Malerei geeignet sind.

mbuss_image-7 o.T. 2011, Acryl/Stoff/Schellack auf Leinwand, 100 x 100 cm


Es geht mir nicht um die Darstellung einer bestimmten Form  oder eines bestimmten Motivs. Textur und Herstellungsweise eines Bildes, die Materialität der Farbsubstanzen, stehen im Fokus  meiner Aufmerksamkeit. Es geht um die Aufwertung des Materials Farbe. Materie wird von mir nicht verstanden als etwas Passives, das einer zwingenden Formgebung bedarf um einer vorbestimmten  Idee Ausdruck zu verleihen.
Ich untersuche die eigenen Gesetze des Materials und teile  ihnen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von amorphen Formen und der Gestaltung von Farbflächen zu, um so, während des Malprozesses, Gelebtes und Empfundenes, nicht zuletzt vom Zeitgeist abhängig,  auszudrücken.

mbuss_image-6 o.T. 2011, Acryllack/Schellack auf Leinwand, 100 x 100 cm


Antoni Tapies, der am 6.2.2012 verstarb,  hat das so formuliert:
„Wie ein Forscher im Labor nehme ich als erster die Anregungen wahr, die der Materie entrissen werden können.
Ich entlocke ihr Ausdrucksmöglichkeiten, auch wenn ich anfangs keine ganz klare Vorstellung habe, worauf ich mich einlasse.
Während der Arbeit formuliere ich gleichsam meine Gedanken;
aus dem Kampf zwischen Wollen und vorhandenem Material entsteht ein Gleichgewicht von Spannungen“

mbuss_image-5 o.T. 2011, Acryllack/Schellack auf Leinwand, 100 x 100 cm


In den letzten 2 Jahren habe ich mich in meiner Malerei insbesondere mit  Alkydharzlacken und Acryllacken auseinander gesetzt.
Ich habe herausgefunden, wie sie gegen und miteinander reagieren.
Dieses Wissen mache ich mir zunutze. Jeder Versuch im Atelier wird notiert, um auf Bedarf abrufbar zu sein.
Auf diese Weise bin ich in der Lage, was einmal aus einem Zufall heraus entstanden ist, wieder nachzuvollziehen um es danach wieder als Zufall erscheinen zu lassen.
Ich lasse der Farbe ihren Willen, um sie hinterher für mich arbeiten zu lassen.
So einfach ist das….oder doch nicht?
Manchmal quäle ich die Farbe auch, wenn ich sie stoppe, oder ihr, gegen ihren Willen, einen Begleiter an die Seite gebe.
Manchmal gewinnt auch die Farbe. Das macht mich wütend, und der Versuch wird so lange wiederholt, bis das Ergebnis meinen Vorstellungen entspricht.
Für mich ist  es wichtig, zu wissen, was es mit den Farben auf sich hat, mit denen ich arbeite, denn jede Farbe hat ihre eigene Geschichte.

mbuss_image-4 o.T. 2012, Acryllack auf Leinwand, 40 x 40 cm


An dieser Stelle möchte ich einige Worte zum Informel sagen, die mir richtig und wichtig erscheinen. Ich zitiere aus dem Buch „Informel“:
„Das Informel ist eine besondere Spielart der Abstraktion, aber es ist kein Stil wie etwa der Impressionismus oder der Expressionismus.
Vielmehr charakterisiert der Begriff eine künstlerische, die die geometrische Abstraktion ebenso wie das klassische Form- und kompositionsprinzip ablehnt und stattdessen eine weitgehend gegenstandsfreie, offene und prozessuale Bildform anstrebt.
Das informelle Bild ist, im Gegensatz zur klassischen Malerei, idealiter  nicht die Realisierung eines zuvor gefassten Planes, sondern es bleibt im Hinblick auf das bildnerische Endresultat offen – dieser Offenheit des Schaffensprozesses entspricht auf der Rezipentenseite die semantische Vieldeutbarkeit.

mbuss_image-3 o.T. 2011, Acryllack/Schellack auf Leinwanpappe, 25 x 25 cm


Das Werk entsteht im Dialog des Künstlers mit seinen Gestaltungsmitteln durch einen Prozess von Agieren und Reagieren.
Der Malakt bzw. die Eigenwertigkeit der gestalterischen Mittel tritt an die Stelle des traditionellen Bildthemas. Damit wird in der Kunstgeschichte neuartiger Bildbegriff konstituiert.
Der Eigenwertigkeit von Malakt und Gestaltungsmitteln entspricht das Bestreben, Malweise und Maltechniken experimentell zu erweitern.
Erwähnt seien in diesem Zusammenhang das beidhändige Arbeiten von Hann Trier, der Malvorgang mit Pinsel und Rakel von K.O. Götz oder das Schütten der Farbe aus Gießkannen, Kanistern und Eimern auf den Bildträger von Fred Thieler.“ Zitiatende.
Ja, und so eine experimentierfreudige Künstlerin bin ich .

 

mbuss_foto-2-1 MakroArt auf Leinwand, 100×120

Ausstellungen, eine Auswahl

1996   Einzelausstellung Kulturtreff Gettorf, Heimatmuseum und Mühle
1996   Ausstellungsbeteiligung „LYS“ Galerie „Den Gyldne Love“ , DK
1997   Einzelausstellung „Det abne vindue“, Apenrade, Amtsgarden, DK
2003   Beteiligung Aktion „ United Buddy Angels“ für UNICEF
2004   Herbstausstellung K&K – Verein Eckernförde, Galerie im
Maschinenhaus, Stadtwerke Eckernförde
2004   Ausstellungsbeteiligung „Herbstausstellung“, Galerie „Den Gyldne Love“,DK
2004   Beteiligung Stuhl-Performance, Eckernförde
2005   Ausstellungsbeteiligung „Für Kinder bewegen wir Welten“ , UNICEF, Dresdner
Bank, Kiel
2006   Einzelausstellung Ostseeklinik Kiel, Damp Holding AG
2006   Einzelausstellung Kulturtreff Gettorf, Heimatmuseum
2007   Ausstellungsbeteiligung Galerie „ Der Werkhof“, Kiel
2007   Einzelausstellung DS Chiropractic & Communication Celle
2007   Sommerausstellung K&K – Verein Eckernförde, Galerie im Maschinenhaus,
Stadtwerke Eckernförde
2008  Erscheinen des Buches „Andernglücks“ im Verlag der Kunst, Dresden
2008  Ausstellungsbeteiligung „Kunst&Kulturtage im Maschinenhaus“ Stadtwerke Eckernförde
2009  Ausstellungsbeteiligung „Deutschland im Kasten“, Galerie „Der Werkhof“, Kiel
2009  Ausstellungsbeteiligung Wanderausstellung „Deutschland im Kasten“
Galerie III, Barmstedt
2009  Ausstellungsbeteiligung, Ausseninstalation „ Aufbruch“, Carlshöhe – Eckernförde
2009  Einzelausstellung „Kunst auf der Galerie“, Autohaus Ohms, Gettorf
2010  Einzelausstellung   Malerei – MakroArt , Deutsche Zentralbücherei Apenrade
2010  Einzelausstellung „Akademie für Malerei Berlin“, Berlin, Aufnahme ins Hauptstudium
2010   Gemeinschaftsausstellung „Small“, Galerie ROOT Savignyplatz Berlin
2011   Einzelausstellung „Fernnah-Berlin-Nahfern“, Galerie ROOT Savignyplatz Berlin
2011   Gemeinschaftsausstellung „Mischen: possible“ , Galerie ROOT Savignyplatz Berlin
2011   Beteiligung „Kuno“, Eckernförde, Kunst am Noor
2011   Ausstellungsbeteiligung Galerie Carlshöhe, „In welcher Gesellschaft wollen wir leben?“
2011  Ausstellungsbeteiligung Galerie Carlshöhe, „Künstler stellen sich vor“
2011  Teilnahme „Munich Contempo“, München
2011  Aufnahme Galerie ROOT Savignyplatz in den Landesverband der Galerien
2011  Gruppenausstellung Galerie Carlshöhe „Einblick“, Eckernförde
2012  Teilnahme „Art Innsbruck“, Akademie für Malerei Berlin
2012  Teilnahme „Art Innsbruck „ , Galerie ROOT Savignyplatz Berlin
2012  Einzelausstellung „Lack & Luck“, Galerie ROOT Savignyplatz Berlin
2012  Gemeinschaftsausstellung „Favourites“, Galerie ROOT Savignyplatz Berlin
2012  Einzelausstellung Akademie für Malerei Berlin, Aufnahme ins Masterstudium
2012  Gemeinschaftsausstellung „Weiterbilder“ Galerie ROOT am Savignyplatz
2012. Teilnahme C.A.R. , Essen
2013 „Paperweek“, Gemeinschaftsausstellung, Galerie ROOT am Savignyplatz

mbuss_foto-3-1 Tusche und Akryl auf Papier, 70×100
mbuss_image-1 o.T. 2011, Acryllack  auf Leinwandpappe, 25 x 25 cm
mbuss_image-10 o.T. 2011, Acryl auf Leinwand, 50 x 50 cm
mbuss_image-11 o.T. 2011, Acryl/Stoff/Schellack auf Leinwand, 100 x 100 cm
mbuss_image-12 o.T. 2012, Acryllack auf Leinwand, 40 x 40 cm
mbuss_image-2 o.T. 2011, Acryllack  auf Leinwand, 40 x 40 cm