Sabine Bovensiepen

sbovs_02-dsc07393sabine Sabine Bovensiepen wurde 1950 in Schleswig geboren. Sie absolvierte von 1968 bis 1970 die Fachschule für Keramik in Landshut, die sie mit der Gesellenprüfung abschloss. Ab 1970 hatte sie ein eigenes Atelier in München und studierte 1973 an der dortigen Kunstakademie. Ab 1974 unternahm sie ausgedehnte Studienreisen nach Mexiko, Indien, Sri Lanka und Brasilien und stellte ihre Arbeiten im In- und Ausland aus.

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1975 kehrte sie nach Schleswig-Holstein zurück und arbeitete im eigenen Atelier in Kiel. In den Jahren 1976 bis 1980 absolvierte sie ein Kunstpädagogikstudium in Kiel. Seit 2000 lebt und arbeitet sie in Eckernförde.
Sabine Bovensiepen wurde früh künstlerisch geprägt durch ihren Vater, den Maler Bert Busacker. Die Eindrücke, die sie auf den ausgedehnten Studienreisen mit der Familie nach Spanien und Griechenland sammelte, zu den Stätten des Altertums, schufen eine enge Beziehung zur griechischen Antike, die ihre späteren künstlerischen Themen bestimmten. In deren Mittelpunkt steht Südeuropa mit der Faszination für Licht und Freude an Farben.

In den letzten Jahren durchlief Sabine Bovensiepen mit ihren Bildern und Skulpturen verschiedene Schaffensperioden.

Zum einen zeigte sie in verschiedenen Ausstellungen Arbeiten zum Thema „Könige“, die unverkennbar an der Krone zu identifizieren sind, die sie tragen. Sie sitzen, stehen, gehen oder liegen und strahlen in ihren Formen, reduziert auf Krone, Kopf und Beine, eine archaische Einfachheit aus. Sabine Bovensiepen holt die Könige so auf den Boden der Wirklichkeit zurück, wo sie heute, in demokratischen Systemen, überflüssig geworden sind.

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In ihrem zweiten Themenschwerpunkt lässt sich die Künstlerin von der Tatsache inspirieren, dass die Könige ständig unterwegs waren, in ihrem Palast, in ihren großen Reichen oder ins Exil, weil sie nicht mehr gebraucht wurden. Womit Könige und Menschen unterwegs sind, stellt Sabine Bovensiepen dar, reduziert auf das Laufgerät, überdimensionalen Beinen.
In einem dritten Arbeitsschwerpunkt setzt sich die Künstlerin mit alttestamentarischen und vorchristlichen Schriften in altgriechischer Schreibweise auseinander. Die Darstellung erfolgt in reliefartiger Technik, durchdrungen von erdfarbenem Hintergrund.
In dem vierten Themenschwerpunkt den „Ausblicken“ und „utopischer Architektur“ zeigt Sabine Bovensiepen, dass sie selber in ihrer künstlerischen Tätigkeit „unterwegs“ ist, sich auf dem Weg von der Gegenständlichkeit zur Abstraktion befindet. Reizvoll sind die reliefartigen Oberflächenstrukturen dieser Bilder in leuchtenden Pastelltönen, die nicht mehr gemalt, sondern in zahlreichen übereinanderliegenden Schichten gespachtelt sind.

„Unterwegs“ als Metapher für das Dasein des Menschen allgemein begriffen und künstlerisch von Sabine Bovensiepen gestaltet.